![|----------------------------------------------------------------------------------------|
|F: D < Y '--> R sei Funktional. F heiß t auf D konvex [strikt konvex], falls aus y und y+ v folgt, daß
|dF(y;v) existiert und F (y+ v)- F(y) > dF (y;v). [Gleichheit gilt nur fur v = 0.] |
| ¨ |
-----------------------------------------------------------------------------------------](ma304x.gif)
![|----------------------------------------------------------------------------------------|
|Es sei F auf D [strikt] konvex. Dann minimiert jedes y (- D, f¨ur das dF (y ;v) = 0 A y + v (- D gilt, F
|auf D [eindeutig]. 0 0 0 |
| |
-----------------------------------------------------------------------------------------](ma305x.gif)
Es sei y
beliebig. Unser Ziel ist es zu zeigen, daß F(y) -F(y0) > 0. Setze hierzu
v = y - y0. Dann folgt hieraus y = y0 + v. Dann können wir die Definition
anwenden:
Wenn v
0 ist, gilt das Gleichheitszeichen.
![integral b[ ]
F (y) = r(x)y2(x)+ b(x)y(x) dx
a](ma308x.gif)
Es ist das Minimum auf
zu berechnen:
![integral b
dF (y;v) = [fz .v + fp .v'] dx
a](ma309x.gif)
Es gilt hier n = 1, da es sich um ein skalares Feld handelt. Außerdem gilt
N = 1, da wir nur die Variable x haben. (v(x)
)
Für unser Integral benötigen wir nun:
![integral b
dF(y;v) = [2r(x)y(x).v(x)+ b(x).v(x)] dx
a](ma312x.gif)
Schauen wir uns nun die Konvexität des Funktionals an:
![]() | (4.1) |
Gleichheit gilt nur für v = 0. F ist strikt konvex auf
= Y = C[a,b]. Nach Satz
1 ist y0
aus
F(y0;v) = 0
v
Y zu berechnen.
![b
integral [ 2 ]
F(y) = r(x)y + b(x)y dx
a](ma314x.gif)
![integral b
dF (y0;v) = [2r(x)y0(x)v(x)+ b(x)v(x)] dx = 0 A v (- C[a,b]
a](ma315x.gif)
![integral b
dF (y0;v) = [2r(x)y0(x)+ b(x)]v(x)dx = 0
a](ma316x.gif)
Nach einem der Fundamentalsätze der Variationsrechnung folgt, daß der Klammerausdruck gleich Null ist:
Dieses Funktional soll minimal werden auf
= {y
C[a,b], y(a) = a1,
y(b) = b1} mit a12 + b12
0. Mit y
und v
Y gilt y + v
.
Es genügt, den Störterm, welcher nur von x abhängt, wegzulassen und den restlichen Ausdruck zu untersuchen:

Dies gilt auf jeden Fall, da dies nach Beispiel 1 mit
= 1 und
= 0 so ist.
Gleichheit gilt genau dann, wenn:

Es resultiert also v = 0
0; F = F(y) ist auf
strikt konvex. Nach Satz 1 ist
F(y0,v) = 0
v
0 zu lösen.

Daraus folgt y = y0(x) = 0
x![]()
, womit das Problem nicht lösbar
ist.
Es sei y
und v
Y . Dann ist y + v
genau dann, wenn v
0 mit
0 = {y
C1(G)|y|
G = 0}.
![]() | (4.2) |
Gleichheit gilt genau dann, wenn v = const. mit v
0. Da an den Rändern
v = 0 gilt, ist v = 0 überall erfüllt. F(y) ist damit auf
strikt konvex. Nach
Satz 1 müssen wir nun y0
aus
F(y0;v) bestimmen:
Falls es ein y0
C2(G)
C1(G) mit
y0(x) = 0 für x
G (y0
)
und y0(x) = g(x) für x
G, dann gilt F(y) > F(y0)
y
mit
y
y0.
Es sei v
0:
Es gilt nach HMII:
Damit folgt nach dem GAUßschen Satz:

Der vorletzte Schritt folgt dadurch, daß auf dem Rand v = 0 ist.
Wir behandeln im folgenden eindimensionale Probleme:

In Integranden haben wir eine Funktion f = f(x,z,p) mit x
[a,b] und
(z,p)
D
2 (Gebiet). Außerdem setzen wir voraus, daß fz und fp stetig ist, daß
also fz, fp
C([a,b] ×
).
Die Funktionen, welche bei b willkürlich sind, aber bei a vorgeschrieben wird, liegen
in
b:
Die Funktionen, welche sowohl bei a als auch bei b vorgeschrieben sind, liegen in
:
Und natürlich benötigen wir noch:
Man erkennt, daß
b
a,b und
0
a,b.
![|----------------------------------------------------------------------------------------|
| |
|f = f(x,z,p) heißt [stark] konvex bez¨uglich z, p (f bei festgehaltenem x bez¨uglich z, p konvex ist),
|falls f(x,z +f, p+ y)- f(x,z,p) > fz(x,z,p)f+ fp(x,z,p)y A (x,z+ f,p+ y), (x,z,p) (- [a,b]× D =: S|
|gilt. Gleichheit gilt nur, falls f .y = 0 gilt. |
-----------------------------------------------------------------------------------------](ma341x.gif)
Es sei f(x,z,p) = p2. Dann gilt fz = 0 und fp = 2p.
Gleichheit gilt nur im Falle
= 0. Daher gilt auch für beliebiges
, daß
.
= 0 ist;
es liegt also starke Konvexität vor.
Betrachten wir:
Hierbei handelt es sich um eine Ebene im (u,z,p)-Raum.
Wir haben immer das Gleichheitszeichen, womit die Funktion konvex, aber nicht stark konvex ist.
![|----------------------------------------------------------------------------------------|
| a,b |
|f sei bez¨uglich z, p [stark] konvex. Dann gilt F (y + v)- F(y) > dF (y;v) A y, y + v (- D . [Gleichheit
|gilt nur, falls v(x) = const.f¨ur a < x < b.] |
-----------------------------------------------------------------------------------------](ma345x.gif)
[Gleichheit gilt, falls v(x) . v'(x) = 0 ist, also v(x) = const..] Wir integrieren dieses Beziehung von a bis b:

![|----------------------------------------------------------------------------------------|
| b |
|Ist f bez¨uglich z, p [stark] konvex, so ist F auf D (und auf D) [strikt] konvex. |
-----------------------------------------------------------------------------------------](ma349x.gif)
Es gilt nach dem vorhergehenden Lemma:
[Gleichheit gilt für v(x) = const. = 0, da nach Vorgabe v(a) = 0 ist.] Da
b
haben wir die strikte Konvexität auch auf
b.
![integral b
F(y+v)- F(y) > dF (y;v) = [fz(x,y(x),y'(x))v(x)+ fp(x,y(x),y'(x))v'(x)] dx
a](ma351x.gif)

![]() | (4.3) |
![|----------------------------------------------------------------------------------------|
| |
|Es sei f bez¨uglich z, p [stark] konvex auf [a,b]× D (1) und y0 (- Da,b gen¨uge der Gleichung (E) (2). Dann
|minimiert y0 das Funktional F |
| |
| i.) [eindeutig] auf D, falls y0 (- D |
| ii.) [eindeutig] auf Db, falls y (- Db und f(b,y (b),y'(b)) = 0 |
| 0 p 0 0 |
| iii.) [eindeutig bis auf Konstanten] auf Da,b, falls fp(b,y0(b),y'0(b)) = fp(a,y0(a),y'0(a)) = 0 |
-----------------------------------------------------------------------------------------|](ma354x.gif)
(1) ist die Voraussetzung von Satz 2 und (2) die Voraussetzung von Satz 3.
Probleme, bei denen auf dem Rand nicht vorgegeben ist, bezeichnet man als Probleme mit freien Randwerten.
Die bei der Minimierung von F auf
b bzw
a,b zusätzlich auftretenden
Randbedingungen heißen die zugehörigen natürlichen Randbedingungen.
Ist f
C2[a,b] × D, so lautet (E) ausführlich:
Es handelt sich um ein Randwertproblem für eine nichtlineare Differentialgleichung 2.Ordnung für y0.
Wir betrachten nun den Satz 4 für Spezialfälle:
Hier sei das Problem der Brachystochrone angegeben. Wir suchen die kürzeste Laufzeit:

Ein Beispiel hierfür ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten:

![|----------------------------------------------------------------------------------------|
|Es sei f = f(x,p) bez¨uglich p auf [a,b]× I [stark] konvex und |
| |
| i.) D = {y (- C2[a,b]| y(a) = a1,y(b) = b1}, y'(x) (- I f¨ur a < x < b |
| |
|dann gilt: |
| integral b ' |
|Jedes y0 (- D mit fp(x,y'0(x)) = const.fu¨r a < x < b minimiert F(y) = f(x,y(x))dx [eindeutig] auf
| a |
|der Menge D. |
| ii.) Db = {y (- C1[a,b]| y(a) = a ,y'(x) (- I (a < x < b)} |
| 1 |
|dann gilt: |
|Jedes y0 (- Db mit fp(x,y'0(x)) = const. f¨ur a < x < b und fp(b,y'0(b)) = 0 (nat¨urliche Randbedingung)
| integral b |
|minimiert F(y) = f(x,y'(x))dx eindeutig auf Db. |
| a |
| |
-----------------------------------------------------------------------------------------](ma360x.gif)
ist eine Teilmenge von
a,b womit wir Satz 4 anwenden können. Betrachten wir die
EULERsche Differentialgleichung:
Dies gilt, da f nicht von y(x) abhängig ist.
Es ist fp(x,y0'(x)) = 0 für a < x < b und y0(a) = a1 zu erfüllen.
![|----------------------------------------------------------------------------------------|
| |
| b1--a1 |
|EsseiD wieobenund f = f(p)aufI [stark]konvexund m = b -a . Dann isty0(x) = m(x -a)+a1 (- D
| integral b |
|die [eindeutig festgelegte] Minimalfunktion f¨ur F(y) = f(y'(x))dx auf D. |
| a |
-----------------------------------------------------------------------------------------](ma362x.gif)
Wir haben folgendes Funktional:
![integral 2
F(y) = 1y'(x)2dx auf D = {y (- C1[1,2]| y(1) = 0,y(2) = 3}
1 x](ma363x.gif)
Als Übung kann gezeigt werden, daß f stark konvex ist. Damit ist das Integral strikt konvex und wir können die EULER-Gleichung verwenden. Nach Corollar 1 [Teil i.)] gilt dann:
Durch Integration folgt:
Mittels der Randbedingungen y(1) = 0 und y(2) = 3 können wir C und C2 berechnen:
Betrachten wir nur die erste Randbedingung, also
b = {y
C1[1,2]|y(1) = 0}, so
gilt nach Corollar 2 [Teil ii.)]:
Damit erhalten wir schließlich
x:
Betrachten wir das Problem schließlich noch auf
a,b = {y
C1[a,b]}, so folgt
x:
Die Länge einer Kurve berechnet sich nach:

Daraus folgt y'(x) = const.
Es gilt y'(x) = const. und außerdem:
Damit ergibt sich y'(b) = 0 und somit auch y'(x) = 0, womit y(x) =
const. =
1 ist.
Aus y'(x) = const., y'(b) = y'(a) = 0 folgt y(x) = C mit C
.